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Die endoskopische / arthroskopische Schulterstabilisierung

Schulterluxation, Schulterausrenkung, Röntgen

Typisches Röntgenbild einer Schulterausrenkung: Die Kugel des Oberarmkopfes
ist nach unten aus der Pfanne getreten.
 

 

Hier erfahren Sie:
Was ist eine Schulterausrenkung ?
Wie operiert man eine instabile Schulter ?
Welche Risiken hat eine operative Stabilisierung der Schulter ?
Was geschieht nach der operativen Schulterstabilisierung ?
Fachbegriffe für eine Stabilisierung der Schulter

 

Was ist eine Schulterausrenkung ?
Ausrenkungen der Schulter kommen mit Abstand am häufigsten durch Unfälle zustande. Sie gehören unverzüglich beim nächsten Arzt oder der nächsten Klinik eingerenkt. Oft verbleibt eine gewohnheitsmässige Schulterausrenkneigung, mit Schäden an der Schulterpfanne, -kapsel oder dem Oberarmkopf. Je nach Lebensalter gehören diese dann operiert. Eine Stabilisierung ist endoskopisch oder offen möglich. Weieteres zu Ausrenkungen der Schulter lesen Sie hier.
 
Wie operiert man eine instabile Schulter ?
Bei der endoskopischen Stabilisierung sogenannter Schulterluxationen / Schulterausrenkungen werden mehrere kleine, etwa 0,5 bis 1 cm lange Schnitte an der Schulter angelegt. Über diese Schnitte werden kleine Röhrchen, d.h. sog. Arbeitskanülen, plaziert. Zunächst wird eine diagnostische Arthroskopie / Spiegelung der Schulter durchgeführt und eine Bestandsaufnahme der Schäden in der Schulter, welche durch die wiederholten Schulterausrenkungen zustandekommen sind, unternommen. Fast immer ist vorne die Knorpellippe ( das sog. Labrum oder Limbus genannt ) abgerissen. Diesen Abriss im Schultergelenk, von der vorderen Knorpellippe, nennt man auch " Bankart Läsion". Oft findet sich eine, mehr oder minder ausgeprägte knöcherne Kerbe am hinteren, äusseren, Oberarmkopf ( die sog. Perthes-Hill-Sachs Läsion ). Darüberhinaus gilt es zu klären, in welchem Zustand die stabilisierenden Kapselbänder, auf der Innenseite der Schultergelenkkapsel, sind.
Handelt es sich um eine Standardsituation mit einer, nach vorne unten hin, abgerissenen Knorpellippe. Wird diese mittels Werkzeug zunächst mobilisiert und das knöcherne Lager des Labrums wird mit einer arthroskopischen Fräse vorbereitet. Anschliessend wird die Knorpellippe auf ihren ursprünglichen Ort ausgesetzt und es werden sog. "Anker" eingebracht. Dabei handelt es sich um bioresorbierbare Minischrauben, welche mit Fäden armiert sind. Bioresorbierbar bedeutet, dass sich diese Anker, nachdem die Knorpellippe eingeheilt ist, von selbst auflösen - ohne dass sie in einer zweiten Operation extra entfernt werden müssten. Die Materialien dieser Anker sind durchaus unterschiedlich, gebräuchlich sind auch Minischrauben aus Titan oder Metall- bzw. Kunststoffdübel, sog. Tacs. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie die abgerissenen Strukturen in der Schulter fixieren und derart ein Einheilen der Knorpellippe bzw. der anderen genähten Schulterbinnenstrukturen ermöglichen un den vorderen stabilsierenden Gewebewall ( Labrumbumper ) wiederherstellen.
Man setzt zunächst eine Hülse, unter arthroskopischer Sicht, in die Schulter. Die Hülse dient gewissermassen als Führungsschiene. Durch die Hülse hindurch wird der Knochen angekörnt und danach mit einem Gewindeschneider das Lager für die Bio-Minischraube angelegt. Es folgt das Eindrehen der Minischraube in das vorgeschnittene Gewinde im Knochen des vorderen Schulterpfannenrandes. Nun wird der Handgriff der Schraube gelöst und entfernt, so dass lediglich die im Knochen eingedrehte Bioschraube, mit ihren armierten Fäden, verbleiben. Mittels spezieller Nahtzangen wird die mobilisierte und auf den Pfannenrand zurückplazierte Knorpellippe wiederaufgenäht, indem dieses Labrum mit den Nahtzangen durchflochten und anschliessend die Fäden verknotet werden.

 

Video ( 2.09 Min ): So wird die Schulter arthroskopisch stabilisiert.

 

Zusätzliche stabilisierende Massnahmen, nach Schulterausrenkungen, sind die Naht evtl. gerissener Kapselbänder oder die Raffung von Schulterkapselstrukturen, z.B. vorne am sog. Rotatorenintervall, der Lücke zwischen dem Subscapularis- und Supraspinatusmuskel. Abschliessend werden die Arbeitskanäle aus der Schulter entfernt und die Haut an den Schnitten vernäht. Es werden ein steriler Wundverband und eine Schulterschiene angelegt.
Eine weitere zusätzliche Massnahme stellt die sog. Hill-Sachs Remplissage ( oder auch nur Remplissage genannt ) dar. Sie findet Anwendung, wenn der Defekt am hinteren äusseren Oberarmkopf ( die sog. Hill-Sachs Läsion ) ausgeprägter ist. Die Sehne vom Infraspinatusmuskel wird in solchen Fällen arthroskopisch in den Knochendefekt, mit dem Ziel der Auffüllung, genäht.
Bei ausgedehnteren Zerstörungen des Schultergelenkes infolge der Ausrenkung oder bei Zuständen nach Voroperationen kann es notwendig sein eine offene Operation durchzuführen. Dabei schraubt man zum Beispiel grössere abgebrochene Pfannenbruchstücke an oder ersetzt diese mit einem Knochenblock. Auch andere offene OP-Verfahren wie eine Knochentransplantation an den Oberarmkopf oder Versetzungen des Rabenschnabelfortsatzes vom Schulterblatt sind bewährte und übliche Eingriffe.

Hill Sachs Remplissage

Hill-Sachs Remplissage hinten aussen am Oberarmkopf bei tiefem Hill Sachs Defekt.

 

Welche Risiken hat eine operative Stabilisierung der Schulter ?
Es gelten die allgemeinen Operationsrisiken: zur Vorbeugung von Thrombosen / Embolien werden Heparinspritzen verwandt. Um Infektionen zuvorzukommen werden Antibiotika verabreicht und das Risiko für Infektionen ist beim routinemässigen arthroskopischen Stabilisieren der Schulterinstabilität sehr gering. Nach einer Stabilisierung kann es selten zu einer erneuten Ausrenkung kommen. Wie bei jeder Operation kann es u.U. bluten. Bei Besonderheiten im Verlauf nach der Operation könnte es zu einer Bewegungsminderung des operierten Schultergelenkes kommen.
 

Bankart Nähte, Schulterstabilisierung

Arthroskopisch genähte, ehemals abgerissene, Knorpellippe und vordere Schulterkapsel.

 

Was geschieht nach der operativen Schulterstabilisierung ?
Der Eingriff kann entweder ambulant oder kurzstationär durchgeführt werden. Die Schulterschiene muss für etwa 4 Wochen getragen werden und daraus werden passive, geführte krankengymnastische Übungen ausgeführt. Wundkontrollen werden in den Tagen nach der Operation durch den zuweisenden Arzt durchgeführt. Er zieht die Nahtfäden nach circa 10 bis 12 Tagen. Nach Abnahme der Schulterschiene darf aktiv geübt und bewegt werden. Kontaktsportarten ( Handball, Fussball, Kampfsportarten, Boxen, u.ä ) dürfen erst nach einem 1/2 bis 3/4 Jahr begonnen werden.
Hier erhalten Sie weitere Informationen als pdf-Datei
 
Fachbegriffe für eine Schulterstabilisierung ( Synonyme ):
Bankart Naht, Kapsel-Bankart Rekonstruktion

 

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