Die inverse Schulterprothese
Video ( 7:27 Min ): Der Einbau einer inversen Schulterprothese
Hier lesen Sie:
Was ist eine inverse Schulterprothese ?
Wie sieht eine inverse Schulterprothese aus ?
Wann baut man eine inverse Schulterprothese ein ?
Gibt es Komplikationen beim Einbau inverser Schulterprothesen ?
Was ist eine inverse Schulterprothese ?
Andere Namen für die Grammontprothese sind: inverse Schulterprothese oder Deltaprothese. Alle drei Namen bezeichnen ein und dieselbe Schulterprothese. Andere Begriffe sind: reverse Prothese, Schulterspezialprothese.
Wie sieht eine inverse Schulterprothese aus ?
Diese künstlichen Schultergelenke
werden als „invers“ bezeichnet, weil sie im Vergleich zu einem
normalen künstlichen Schultergelenk – umgekehrt konstruiert sind.
Das bedeutet: bei normalen Schulterprothesen sitzt die Kugel des künstlichen
Gelenkes auf dem künstlichen Oberarmschaft und die künstliche
Schulterpfanne wird dort eingebaut, wo die knöcherne Schulterpfanne
liegt, welche abgerieben ist. Die inverse Prothese ist genau umgekehrt konstruiert.
Bei ihr sitzt die Kugel auf der Schulterpfanne und die künstliche Schulterpfanne
auf dem Oberarmschaft.
Der Grund warum diese Prothesen derart konstruiert werden, liegt darin,
dass man aus biomechanischer Sicht das Drehzentrum der Schulter nach unten
und innen verlagert. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass man nur auf
einen Muskel zur Funktion der Prothese angewiesen ist, und zwar auf den
Deltamuskel. Bei der normalen Schulterprothese braucht man die Muskeln der
Rotatorenmanschette, damit das künstliche Schultergelenk ordentlich
funktioniert. Bei der Deltaprothese nicht.
Wann baut man eine inverse Schulterprothese ein ?
Also kann man mit der Deltaprothese Situationen versorgen bei denen ein Verschleiss im Schultergelenk vorliegt und gleichzeitig die Schultermuskulatur ( sog. Rotatorenmanschette ) in grösserem Umfang gerissen ist.
Deltaprothese: der Schaft wird vorbereitet.
Bis vor einigen Jahren waren solche Situationen zwar auch mit künstlichen
Gelenken zu versorgen, aber die Schmerzbefreiuungs- und Bewegungsergebnisse
der Grammontprothese sind deutlich besser.
Deshalb entwickelt sich die inverse Schulterprothese zunehmend zum Implantat
der Wahl bei Schulterverschleiss in Verbindung mit einem grösseren
– nicht rekonstruierbaren – Rotatorenmanschettenriss. U.u. wird
sie auch nach Unfällen und bei veralteten – jahrelang bestehenden
Ausrenkungen der Schulter – eingebaut
Wie die Grammontprothese
eingebaut wird können Sie sich als Video, oben, auf dieser Seite, ansehen.
Die sog. "Glenosphäre" wird implantiert, d.h. die Kugel wird auf die Pfanne aufgebracht.
Gibt es Komplikationen beim Einbau inverser Schulterprothesen ?
Wie bei jeder Operation können die allgemeinen Komplikationen auftreten ( z.B. Thrombose, Embolie, Blutung, Infektion, Wundheilungsstörung, Nervenschaden ).
Eine inverse Schulterprothese kann sich - wie jedes künstliche Gelenk nach einem Jahrzehnt oder etwas mehr lockern.
Sie kann auskugeln und u.U. könnte eine frühzeitige Lockerung am unteren Pfannenpol auftreten.
Bei älteren Patienten mit einer Fallneigung kann die inverse Schulterprothese nach Stürzen u.U. ausbrechen.
Gleiche / Ähnliche Begriffe für eine inverse Schulterprothese:
Deltaprothese, Grammont Prothese, reverse Prothese,
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