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Infektionen von Schulterprothesen

 

Infektion inverse Schulterprothese, Delta Prothese, Grammontprothese

Beispiel einer infizierten inversen Schulterprothese.

 

Hier erfahren Sie:

Was ist eine Schulterprotheseninfektion ?

Wie entsteht die Infektion einer Schulterprothese ?

Wie erkennt man eine Schulterprotheseninfektion ?

Welche Komplikationen kann die Infektion einer Schulterprothese haben ?

Wie behandelt man Infektionen von Schulterprothesen ?

Kann man Schulterprotheseninfektionen verhindern ?
 
Was ist eine Schulterprotheseninfektionen ?
Den Befall eines künstlichen Schultergelenkes mit Bakterien und oft einhergehender Vereiterung bezeichnet man als Schulterprotheseninfektion.

 

Wie entsteht die Infektion einer Schulterprothese ?
Bakterien befallen ein künstliches Schultergelenk entweder auf dem Weg von innen über die Blutbahn (zum Beispiel bei anderen Beiträgen Infektionsherden im Körper wie Zahninfektionen, Nasennebenhöhleninfektionen, Blasen- oder Harnwegsinfekten, uvm. ). Auch eine geschwächte Körperabwehr des Betroffenen, zum Beispiel bei Blutzuckerleiden, einer parkinsonschen Erkrankung oder andere angeborene beziehungsweise erworbene Abwehrschwächen, kann zu Infektionen der Schulterprothese führen.
Darüberhinaus entstehen Schulterprotheseninfektionen auch auf dem Weg von außen. Es bedeutet, dass Bakterien zum Beispiel durch eine offene Verletzung oder Spritzen an das künstliche Schultergelenk gelangen.

 

Wie erkennt man eine Schulterprotheseninfektion ?
Es können die klassischen Entzündungszeichen einer Rötung, Überwärmung, Fieber oder Schüttelfrost im Bereich der betroffenen Schulter beziehungsweise am Körper vorhanden sein. Typisch ist der Umstand, dass gerade an der Schulter Infektionen verhältnismäßig versteckt verlaufen und zum Beispiel Beschwerden in Form von Schmerzen verursachen - ohne dass die klassischen Infektionszeichen vorhanden wären.
Richtungsweisend sind erhöhte Entzündungswerte im Blut. Unter Umständen können auf einem Röntgenbild Lockerungssäume sichtbar sein. Wertvolle Hinweise kann die Ultraschalluntersuchung der Schulter liefern, indem sie begleitende Gelenkergüsse in der Schulter oder zum Beispiel Abszesse in den umgebenden schulterprothesennahen Weichteilen zeigt.
Zum Einsatz gelangen ebenso die Kernspintomographiebilder und unter Umständen Computertomographie der Schulter.
Auch die Szintigrafie der Schulter wird typischerweise zur Abklärung eingesetzt.
Der direkte Nachweis von Bakterien an der Schulterprothese gelingt oft mittels einer Punktion des künstlichen Schultergelenkes. Das bedeutet: Unter örtlicher Betäubung, gegebenenfalls Röntgendurchleuchtung, platziert man eine Spritze im betroffenen Schultergelenk und versucht Flüssigkeit zu gewinnen, um diese im Labor auf Bakterien hin zu untersuchen.

 

Welche Komplikationen kann die Infektion einer Schulterprothese haben ?

Unbehandelt können die Bakterien vom künstlichen Schultergelenk in den menschlichen Körper streuen und zum Beispiel Infektionen an anderen Stellen (Herzklappen, o.ä. ) verursachen. Besteht eine Schulterprotheseninfektion länger, führt sie zur Lockerung der Schulterprothese. Weiterhin können die streuenden Bakterien sich auf den gesamten Körper ausdehnen und zu einer Sepsis / septischem Schock führen. Aus diesen Gründen ist die Behandlung von Schulterprotheseninfektionen äußerst wichtig.

 

Wie behandelt man Infektionen von Schulterprothesen ?

In der überwiegenden Zahl der Fälle führt man eine offene Operation durch und baut das betroffene künstliche Schultergelenk aus. Man kann manchmal sofort eine neue Schulterprothese einbauen (ein zeitiger Wechsel) oder es kann ebenso notwendig sein einen Platzhalter (sog. Spacer) für mehrere Wochen /wenige Monate einzubauen, bis sich die Infektion in der Schulter beruhigt hat, und zeitversetzt später diesen Platzhalter gegen eine neue Schulterprothese austauschen (zweizeitiger Wechsel). Ob man ein infiziertes künstliche Schultergelenk einzeitig wechseln kann oder mit einem zweizeitigen Wechsel vorgeht, hängt zum Beispiel von der nachgewiesenen Bakterienart und deren Empfindlichkeit beziehungsweise Widerstandsverhalten gegen verschiedene Antibiotika ab.
Ist das neue Schultergelenk eingebaut und die Infektion in der Schulter saniert, wird nach einer solchen Operation meistens mit Antibiotika für mehrere Wochen nachbehandelt. In dieser Zeit schließen sich Wundkontrollen und die Untersuchung der Entzündungswerte im Blut an.

 

Kann man Schulterprotheseninfektionen verhindern ?

Für Patientinnen und Patienten, welche ein künstliches Schultergelenk eingebaut bekommen haben, gilt das Gleiche wie für alle anderen Patienten mit künstlichen Gelenken oder Implantaten wie z. B. Herzschrittmachern, künstlichen Herzklappen, o.ä. Falls Sie Infektionen eitriger Art durchmachen, sollte frühzeitig der betreuende Arzt informiert werden und gegebenenfalls ein Antibiotikum zum Schutz eingenommen werden.

 

 
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