Skapula alata

- das abstehende Schulterblatt -

 

Scapula alata: das rechte Schulterblatt steht ab
 
Was ist eine Scapula alata ?
Unter dem Begriff "Scapula" versteht der Mediziner das Schulterblatt. Der Begriff "alata" ist dem Lateinischen entlehnt. Hier bedeutet "ala" soviel wie "der Flügel ". Man versteht unter " Scapula alata ", dass eines - oder beide - Schulterblätter flügelartig abstehen. Von der Scapula alata muss man das "schmerzhafte Schulterblattkrachen" abgrenzen. Dabei ist schnappt / kracht / reibt das Schulterblatt, verbunden mit Schmerzen. Es steht aber kaum bzw. gar nicht ab.

 

Wie entsteht eine Scapula alata ?
Am häufigsten tritt diese Erkrankung unvermittelt - ohne jegliche Vorzeichen - auf. Dem Partner, Elternteil, Angehörigen, Freunden fällt mit einem Mal das abstehende Schulterblatt auf. In solchen Fällen bleiben die Gründe im Dunkeln. Eine "Scapula alata" kann Körperbau bedingt auftreten ( sog."leptosomer Habitus" ). Nun könnte man meinen, dass es nicht so schlimm sei und man lebt einfach damit. Grundsätzlich ist der Gedanke richtig, aber es können sich hinter einer solchen "Scapula alata" manche unangenehme Erkrankungen verbergen. Diese gilt es ärztlich auszuschliessen / zu erfasssen und bei Bedarf gezielt zu behandeln. So kann ein solches abstehendes Schulterblatt bei Muskelerkrankungen ( sog. progressiver Muskeldystrophie ) auftreten, es kann durch Lähmung der Schulterblatt führenden Muskulatur ( Serratuslähmung ) auftreten. Sehr selten können Tumore des Schulterblattes oder der Brustkorbwand das Schulterblatt nach aussen drücken und dieses flügelartig abstehen lassen. Auch kann beispielsweise ein Rucksack oder ähnlicher Gegenstand den eng am Brustkorb liegenden langen Nerven ( N. thoracicus longus ) abquetschen. Der Nerv ist blessiert und der von ihm versorgte Muskel ( Serratusmuskel ) kann nicht mehr genügend das Schulterblatt an der ursprünglichen Position halten, Folge: es steht ab. Auch Infekte können zu einer Scapula alata führen.

 

Was merkt man bei einer Skapula alata ?
Typisch ist das abstehende Schulterblatt das dem Patienten selbst ( z.B. im Spiegel ) auffällt. Einzelne Patienten beschreiben, das ihnen das Stemmen des Armes gegen die Wand oder Liegestützübungen schwer fallen / unmöglich sind.

 

Wie behandelt man eine Skapula alata ?
Können schwerwiegendere Erkrankungen ausgeschlossen werden, behandelt man die Scapula alata abwartend. In der Regel ist dann keine Therapie notwendig, aber eine Beobachtung durch den behandelnden Arzt. Auch bei einer Serratuslähmung wird man sich zu einem konservativen Vorgehen entscheiden, die Möglichkeit der Behandlung mit einer speziellen Bandage ( für 8-12 Monate, 24 Std täglich ) besteht. Liegt ein Tumor vor, dann wird es in aller Regel auf eine operative Entfernung hinauslaufen. Entdeckt man eine Form der Muskeldystrophie, so ist eine fachneurologische Betreuung gefragt. Liegt eine Druckschädigung eines Nerven vor, so ist die Spontanheilungsrate sehr hoch.
 
 

 

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