Inhalt
Definition
Beschwerden
Entstehung
Typen
Natürlicher Verlauf
Diagnostik
Behandlung
Prognose
Nachbehandlung
 
 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Aufbau der Schulter
So setzt sich die Schulter anatomisch zusammen
04.05.2009
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Die Cup Prothese
Der minimale Oberflächenersatz bei Schulterverschleiss
09.10.2009
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Die Schultervollprothese
Der vollständige Gelenkersatz an der Schulter
08.08.2010
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Die Schulterarthroskopie
Der Blick durch´s Schlüsselloch ins Schultergelenk
30.11.2010
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Die Humeruskopfnekrose

- das Absterben des Oberarmkopfes -

Humeruskopfnekrose, Oberarmkopfnekrose

Kernspintomogramm, Schulter frontal: Humeruskopfnekrose / weisse Pfeile )

 

Hier erfahren Sie:
Was ist eine Humeruskopfnekrose ?
Was merkt man bei einer Humeruskopfnekrose ?
Wie entsteht eine Humeruskopfnekrose ?
Welche Typen der Humeruskopfnekrose gibt es ?
Natürlicher Verlauf der Humeruskopfnekrose
Wie erkennt man eine Humeruskopfnekrose ?
Wie behandelt man eine Humeruskopfnekrose ?
Wie ist die Prognose einer Humeruskopfnekrose ?
Nachbehandlung einer operierten Humeruskopfnekrose

 

Was ist eine Humeruskopfnekrose ( Definition ) ?
Unter der Humeruskopf- oder Oberarmkopfnekrose versteht man das Absterben des Knochens vom Oberarmkopf - oft aus unbekannten Gründen und in unterschiedlichem Ausmass.

 

Was merkt man bei einer Humeruskopfnekrose ( Symptome ) ?
Fast alle Patienten, die von dieser Erkrankung / Verletzungsfolge betroffen sind, spüren im Anfangsstadium leichte Schmerzen in der betroffenen Schulter oder Oberarm. Der Schmerz nimmt über Wochen und Monate langsam immer mehr zu. Er wird in der Schulter oder im Oberarm empfunden und quält die Betroffenen auch nachts. Durch die schmerzverursachte Schonhaltung kann sich im Laufe der Zeit eine Bewegungseinschränkung der Schulter bis hin zur Schultersteife ausbilden. Ein Knacken und / oder Reiben kann ausnahmsweise einmal auftreten.

 

Wie entsteht eine Humeruskopfnekrose ( Ätiologie ) ?
Hinsichtlich der Entstehung kann man zwischen den unfallbedingten Nekrosen und der nicht-traumatischen Erkrankung unterscheiden.
Die genaue Ursachenkette ist bis heute nicht geklärt. Liegt ein Bruch des Obermkopfes - mit einer Zerstörung der Blutgefässversorgung - vor, ist die Ursache klar.

In vielen Fällen findet sich aber kein Unfall in der Vorgeschichte. Ein gewisser Teil der Patienten musste Cortison einnehmen oder leidet an Stoffwechselstörungen. Stickstoffembolien - wie sie beim Tauchen vorkommen ( sog. " Caissonkrankheit " ) - spielen zahlenmässig eine weit untergeordnete Rolle. Ganz häufig bezeichnet der Fachmann die Oberarmkopfnekrose als " idiopathisch ", was bedeutet, dass die Ursache ungeklärt ist.
Neuere Forschungsansätze lassen Störungen in der Blutgerinnung vermuten, wobei man zunehmend zu der Einschätzung gelangt, dass das Zusammenwirken von mehreren Faktoren die Entwicklung der Humeruskopfnekrose startet.
 
Welche Typen der Humeruskopfnekrose gibt es ?
Anstelle des Begriffes "idiopatisch" spricht man auch von einer "primären" Oberarmkopfnekrose. Davon unterscheiden sich die sekundären Humeruskopfnekrosen, welche im Rahmen einer anderen Erkrankung nachfolgend, also sekundär als zweites, entstehen. Dazu zählen z. B.: der Diabetes mellitus ( Blutzuckerkrankheit ), Schwangerschaft, Strahleneinwirkungen, hohe Harnsäure- ( Gicht ) oder Bluttfettwerte, Kortison, Alkohol ( u.U. in Kombination mit einer Nikotineinwirkung / Rauchen), Blutbilderkrankungen, Morbus Gaucher und Bauchspeicheldrüsenentzündungen.

 

Natürlicher Verlauf der Humeruskopfnekrose:
Unbehandelt erweicht der Knochen infolge der Durchblutungsstörung im Oberarmkopf immer weiter. Das bedeutet, er wird weniger tragfähig und sein Oberfläche sackt ein. Sie deformiert sich. Folglich läuft das Schultergelenk nicht mehr rund, es kommt zu Abrieb des Knorpels / Knochens in der Schulter. Das führt dazu, dass sich meistens die Schmerzen in der Schulter im Laufe der Zeit und mit zunehmender Humeruskopfnekrose verschlimmern. Im Röntgen oder CT / Kernspintomogramm kann man die zunehmende Entrundung des Oberarmkopfes und Verschmälerung der Schulterhauptgelenkspaltes erkennen. In weiterer Folge wird das Schultergelenk immer steifer und die Zerstörung und Schmerzen in der Schulter derart deutlich, dass ein der Einbau eines künstlichen Schultergelenkes ( Schulterprothese ) notwendig wird.
 

 

Wie erkennt man eine Humeruskopfnekrose ( Diagnostik ) ?
Humeruskopfnekrosen werden oft sehr spät erkannt, wenn die Zerstörung des Oberarmkopfes schon weit fortgeschritten ist. Das liegt an der Konstruktion der Schulter. Die Schulter ist verhältnismässig gut belastbar und die Schulterpfanne wie auch der Oberarmkopf halten grosse Verformungen und Knochen- / Knorpelverluste aus bis es zu Problemen / Schmerzen et cetera kommt.
Als Standardverfahren gilt die Röntgenaufnahme der Schulter. Sie stellt die Nekrose gut dar, aber regelmässig im fortgeschrittenen Stadium. Die Röntgendiagnostik kann die gerade so wichtige Erfassung der Oberarmkopfnekrose in der Frühphase nicht leisten.
Röntgenbild Humeruskopfnekrose
Typisches Röntgenbild einer fortgeschritteneren Humeruskopfnekrose

In den letzten beiden Jahrzehnten wird die Frühdiagnostik mittels der Kernspintomographie durchgeführt. Sie hat sich hier als Diagnostikverfahren etabliert.
Die Computertomographie ( CT ) kann zur OP Planung und dreidimensionalen Auswertung des Ausmasses der Nekrose eingesetzt werden oder auch zur Abklärung, ob die Oberfläche des Oberarmkopfes u.U. schon eingebrochen und nicht mehr tragfähig ist.
Von eher untergeordneter Bedeutung und Spezialfällen vorbehalten ist die Szinitgraphie. Die Knochendichtemessung spielt in der Diagnostik der Humeruskopfnekrose keine wesentliche Rolle.

Wie behandelt man eine Humeruskopfnekrose ( Therapie ) ?
Die Möglichkeiten der nicht-operativen Behandlung der Oberarmkopfnekrose sind sehr begrenzt. Die Physiotherapie und physikalische Therapie können allenfalls als Begleitverfahren eingesetzt werden. Das Gleiche gilt für Entzündungshemmer und die Elektrostimulation. Die hyperbare Sauerstofftherapie ( Druckkammerbehandlung ) hat keine festen Stellenwert in der konservativen Behandlung der Humeruskopfnekrose.
Manchmal - nicht unbedingt routinemässig - macht die Spiegelung des Schultergelenkes ( Schulterarthroskopie ) Sinn, wenn es vorwiegend darum geht freie Gelenkkörper, von der Oberfläche des Oberarmkopfes abgebrochene Knorpelstücke zu entfernen oder bei jungen Patienten ein Bestandsaufnahme und Erhebung der Prognose durchzuführen.
Bei frühzeitiger Erkennung kann der Oberarmkopf operativ angebohrt werden. In der Frühphase findet sich im absterbenden Bereich des Oberarmkopfes ein erhöhter Druck im Knochen. Durch eine Anbohrung ( auch Core decompression oder Kerndekompression genannt ) erreicht man eine Druckentlastung und damit einhergehend eine Schmerzbefreiung für den Patienten sowie eine Erholungsmöglichkeit für das Knochengewebe. In wissenschaftlichen Studien werden Erfolgsraten der Kerndekompression bei 40 bis 90% der Patienten angegeben - immer unter der Voraussetzung, dass die Nekrose des Oberarmkopfes in einem frühen Stadium ( Stadium 1 und 2 von 5en ) erkannt wird. Ab Stadium 3 sinkt die Erfolgsrate auf etwa 50%. In weiter fortgeschrittenen Fällen kann die Kerndekompression den Kollaps des Oberarmkopfes nicht mehr verhindern.

 

Core decompression, Kerndekompression Oberarmkopf, Humeruskopfnekrose

Kerndekompression ( sog. Core decompression ) des Oberarmkopfes
bei Humeruskopfnekrose - ein Erhaltungsversuch im Frühstadium der Erkrankung

 

Ist die Erkrankung fortgeschritten, so wird man ein künstliches Schultergelenk einbauen müssen. Der Schmerz ist in diesen Fällen heftig und die Schulter - infolge des Einbrechens der Kopfkonturen - zerstört. Da häufiger jüngere Patienten betroffen sind, können in derartigen Fällen verhältnismässig kleine Spezialprothesen eingebaut werden. Die Auswahl des Schulterprothsentypes hängt dabei vom Ausmass der Zerstörung des Oberarmkopfes, der Intaktheit der Muskeln und Sehnen ( = Rotatorenmanschette ) und dem für die Verankerung der Schulterprothese notwendigen Knochenstock ab. Im Vergleich zu anderen Zuständen, welche den Einbau eines künstlichen Schultergelenkes notwendig machen ( Trümmerbrüche, Zustände nach Infektionen ), sind die Ergebnisse des Einbaus von Schulterprothesen bei der Humeruskopfnekrose kurz-, mittel- und langfristig meistens gut bis sehr gut. Oft reicht es auf einen künstlichen Pfannenersatz zu verzichten und nur den zerstörten Oberarmkopf, z.B. durch einen Oberflächenersatz / Cup, zu ersetzen.

Cup Prothese Schulter

Oberflächenersatz, sog. Cup Prothese. Es wird ausschliesslich die zerstörte Oberfläche des Oberarmkopfes ersetzt

 

Wie ist die Prognose einer Humeruskopfnekrose ?
Unbehandelt mündet der Verlauf der Oberarmkopfnekrose in einer Zerstörung und Deformierung des Oberarmkopfes. Aufgrund der Durchblutungsstörung erweicht der Knochen und ist nicht mehr tragfähig genug. Der Knochen verformt sich und der Oberarmkopf entrundet. Das führt schlussendlich zu einem Verschleiss im Schulterhauptgelenk - mit entsprechendem Reiben, Schmerzen, Gebrauchsunfähigkeit und Bewegungseinschränkung.

 

Nachbehandlung einer operierten Humeruskopfnekrose:
Die Rehabilitation hängt vom gewählten operativen Therapieverfahren ab. Nach einer Anbohrung dürfen die Schulter und der betroffene Arm unmittelbar danach aktiv - beschwerdeangepasst - bewegt werden.
Wird der Einbau eines künstlichen Schultergelenkes vorgenommen, muss für einen Zeitraum von etwa 3 bis 5 Wochen eine Schiene getragen werden. Näheres dazu erfahren Sie hier.

 

Humeruskopfnekrose, Oberarmkopfnekrose

Röntgen rechte Schulter frontal: Humeruskopfnekrose ( weisse Pfeile )

 

Gleiche / Ähnliche Begriffe ( Synonyme ):
Oberarmnekrose, HKN, Humerusnekrose, Oberarmkopfnekrose, Kopfnekrose, Osteonekrose

 

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