Schwimmen
Schulterverletzungen und Schultererkrankungen
Typische Schwimmverletzungen und - erkrankungen der Schulter:
Egal, ob es sich um Brust-, Crowl- oder Rückenschwimmen, Butterfly oder Tauchen handelt. Die Schulter ist bei dieser Wassersportart eine der am meisten belasteten Zonen. Sehr hoch sind die Schulterbelastungen beim Wasserball.
Die meisten chronischen Schulterprobleme bei Schwimmern resultieren aus Schulterinstabilitäten. Akute, komplette Ausrenkungen des Schultergelenkes sind bei Schwimmern selten.
Viel häufiger sind chronische Instabilitäten mit Teilausrenkungen infolge jahre- oder jahrezehntelangem Schwimmens. Durch ständige Mikrotraumen überdehnt die Schultergelenkkapsel und die Stabilisatoren wie die Knorpellippe am Pfannenrand brauchen auf. Folge sind Schnapphänomene in der Schulter, die meistens mit Schmerzen einhergehen. In solchen Fällen arbeitet man mit einem gezielten sportphysiotherapeutischem Muskelaufbauprogramm, Medikamenten in Form von Entzündungshemmern, Trainingspausen bzw. Änderung des Trainingsprogramm. Gelingt das nicht, erfolgen eine endoskopische Kapselplicatur bzw. Stabilisierungseingriff. Insbesondere bei Schwimmern vertritt man in Fachkreisen die Meinung, dass endoskopische Stabilisierungen vorteilhafter seien ( im Vergleich zu Kontaktsportarten wie dem Ringen oder Football ), da der Verlust der Aussenrotation bei endoskopischen Stabilisierungsoperationen geringer ist als bei offenen OP Verfahren.
Nach den Instabilitäten spielen sog. Impingementsyndrome ( Einklemmungen unter dem Schulterdach eine häufige Rolle bei Schulterproblemen von Schwimmern. Dabei ist das klassische subakromiale Impingement eher weniger zu beobachten und Formen des inneren Impingement, mit Folgen ähnlich denen der Werferschulter, treten eher auf.
Nicht selten werden wir mit unklaren Schulterschmerzen bei Schwimmern konfrontiert. Recht häufig liegen dann Teilrisse der Rotatorenmanschette, SLAP Läsionen oder eine posterosuperiores Impingement vor. Die Zahl von Teilrissen an der Rotatorenmanschette, insbesondere gelenkseitig, scheint nicht gering zu sein.
Was kann ich selbst bei einer "Schwimmerschulter" tun ?:
Wenn Schulterschmerzen durch Überlastung beim Schwimmen entstehen, empfiehlt sich folgendes:
1. Vermeiden Sie alle schmerzhaften Aktivitäten
2. Es empfiehlt sich 2 Wochen lang örtlich zu kühlen / Eis anzuwenden und ggf. in Absprache mit dem behandelnden Arzt in diesen 2 Wochen Entzündungshemmer einzunehmen ( die Entzündungshemmer sollten keinesfalls länger, d.h. viele Wochen oder gar monatelang eigenommen werden ! ).
3. Dehnen Sie beim Training eher nicht die vordere Schulterkapsel, sondern die hintere. Ein Dehnen der vorderen Kapsel beim Schwimmer, wenn bereits unterschwellige Schulterprobleme vorliegen, kann u.U. ungünstig sein, und zwar besonders dann, wenn unterschwellig ein Instabilitätsproblem ( z.B. infolge eines posterosuperioren Impingements ) vorliegt.
4. Trainieren Sie unter physiotherapeutischer Anleitung die Muskeln der Rotatorenmanschette, und zwar insbesondere die Aussenrotatoren.
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